Im Gespräch mit Christian Albrings und Steffen Müller

Stellt Euch doch bitte einmal kurz vor.

Albrings: Ich heiße Christian Albrings und bin 38 Jahre alt. Mich selbst würde ich als Frühaufsteher bezeichnen, der gerne Zeit mit seiner Familie und im Garten daheim verbringt. An der Universität Stuttgart habe ich Bauingenieurwesen und Architektur studiert und im Anschluss zehn Jahre bei einem technischen Projektmanager in verschiedenen Positionen gearbeitet: Vom Werkstudenten bis hin zum Geschäftsführer durfte ich dort alle Funktionen bekleiden. Der Wunsch nach unternehmerischer Freiheit konnte aber mit keiner dieser Funktionen befriedigt werden, sodass es im Oktober 2015 dann mit Steffen Müller in die Selbstständigkeit ging.

Müller: Mein Name ist Steffen Müller. Ich bin 33 Jahre alt und gehöre mit meinem Studium der BWL und der Ausrichtung Corporate Finance zu den klassischen Betriebswirten. Meine Diplomarbeit habe ich zum Thema Projektentwicklung geschrieben. Anschließend habe ich bei einem großen Immobilienberater die kaufmännische Immobilienberatung aufgebaut. Dort haben Christian und ich uns auch kennengelernt. Privat bin ich begeisterter Bergsteiger. Das Gefühl von Freiheit, das man dabei spürt, ist mir generell im Leben sehr wichtig. Vermutlich hat das auch mit der Tatsache zu tun, dass ich aus einer Unternehmer-Familie stamme. Seit ich denken kann, ging es bei uns am Esstisch irgendwie immer um Business.

Wir legen großen Wert auf Weiterentwicklung – das betrifft das Unternehmen, das betrifft aber auch jeden Einzelnen.

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Albrings: Ja, das war in meiner Kindheit und Jugend genauso. Dieses unternehmerische Denken bewirkt auch, dass weder Steffen noch ich eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit vornehmen. Es ist einfach immer Lebenszeit. Und die versuchen wir immer bestmöglich zu nutzen.

Wann ist denn die Idee von albrings + müller entstanden?

Müller: Ich denke, uns beiden war irgendwie schon immer klar, dass eine Anstellung – in welcher Form auch immer – für uns keine langfristige Perspektive sein kann. Und bereits bei unserem vorherigen Arbeitgeber haben wir entdeckt, wie wichtig die Kombination aus kaufmännischem und technischem Know-how, so wie wir sie verkörpern, für die Immobilienwelt ist.

Und das war dann auch die Motivation?

Müller: Auf jeden Fall! Außerdem ging es um Freiheit! Freiheit steht bei mir immer ganz oben – bei allem, was ich mache. Sei es im Handeln oder im Denken. Für mich war der wesentliche Treiber, gerade diese Freiheit zu maximieren und meine eigenen Vorstellungen verwirklichen zu können.

Albrings: Ich bin wegen eines Umbaus im Haus auf unseren alten Hochzeitsordner gestoßen. Der Pfarrer hatte uns damals gefragt, was unsere Ziele im Leben seien. Und nun konnte ich in diesem Ordner schwarz auf weiß lesen, dass ich unter „mittelfristige Ziele“ auch „Selbstständigkeit“ geschrieben hatte. Da ist es mir auch nochmal verstärkt bewusst geworden, dass es wirklich Zeit wurde, das umzusetzen. Auch bei mir geht es um Freiheit – selbst wenn diese natürlich mit großer Verantwortung verbunden ist.

Müller: Größere Verantwortung und auch weniger Sicherheit. Damit muss man auch umgehen können, das ist unternehmerisches Risiko – sozusagen der Preis für die Freiheit.

Wie versucht Ihr, Euren Angestellten ebendiese Freiheit zu ermöglichen?

Müller: Wir haben keine Angestellten, wir haben Mitarbeiter.

Und wie zeigt sich dies im Arbeitsalltag?

Müller: Die Arbeit bei albrings + müller ist maßgeblich geprägt durch eine Vertrauensbasis – sowohl untereinander als auch gegenüber unseren Mitarbeitern – und durch maximale Freiheitsgrade. Wir haben keine Hierarchien, stattdessen arbeiten wir gemeinsam in flexiblen Gruppen und Teams, in denen jeder seine Kompetenzen und Qualitäten mit einbringen kann. Es mag etwas abgedroschen klingen, aber trotz der Sicherheit, die wir unseren Mitarbeitern selbstverständlich bieten, erwarten wir auch von jedem hier eine gewisse unternehmerische Haltung.

Albrings: Dazu gehört auch der schonende Umgang mit Ressourcen, auch den Eigenen. Unsere Mitarbeiter sollen ausgewogen arbeiten und sich dabei weiterentwickeln. Nur so können sie auch langfristig Leistungen erbringen. Das ist uns sehr wichtig, denn das ganze Unternehmen besteht ja aus nichts anderem als den Mitarbeitern. Alles was hier bei uns passiert, passiert in den Köpfen unserer Mitarbeiter. Sie sind unser wichtigstes Unternehmensgut und haben daher auch den höchsten Stellenwert.

Gegründet habt Ihr albrings + müller ja im Herbst 2015. Könnt Ihr Euch noch gut an die Anfänge erinnern?

Albrings: Das können wir sehr gut. Die aktive Geschäftstätigkeit haben wir am 1. Oktober 2015 aufgenommen. Im operativen Bereich waren wir damals zu viert, unterstützt wurden wir von Praktikanten und unserer Assistentin. Bei der Expo Real, der großen Gewerbe-Immobilienmesse, konnten wir uns dann gleich zu Beginn unserer Geschäftstätigkeit der Öffentlichkeit vorstellen und hatten direkt in unserem ersten Quartal eine große Menge an Anfragen.

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Größere Verantwortung und auch weniger Sicherheit, das ist unternehmerisches Risiko – sozusagen der Preis für die Freiheit.

Hat Euch diese große Resonanz direkt nach der Unternehmensgründung nicht verwundert?

Müller: Natürlich haben wir albrings + müller nicht ganz blauäugig gegründet. Wir beide waren schon lange Zeit in der Immobilienbranche unterwegs und konnten uns auf ein gutes Netzwerk verlassen. Vermutlich haben auch viele Auftraggeber geschätzt, dass sie bei uns nun direkt mit den Eigentümern zusammenarbeiten konnten. Dadurch haben wir dann zum Glück wirklich einen guten und schnellen Marktzugang gefunden und auch viel Unterstützung erfahren.

Albrings: Ja, diese positive Resonanz hat uns auf jeden Fall einen guten Start verliehen. Was anfangs dann leider etwas zu kurz kam, war die Akquisition weiterer Aufträge und die Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie. Da hat einfach die Zeit gefehlt. Unser Ziel war es von Anfang an, das strategische Denken nicht aus den Augen zu verlieren. Als wir uns im Februar 2016 personell so vergrößert haben, dass es notwendig wurde, unsere Bürofläche zu verdoppeln, haben wir uns auch endlich die Zeit genommen, uns mit unserer Corporate Identity, der internen Organisation, dem Aufbau des Teams und unseren Zielen allgemein zu beschäftigen. Diese Themen entwickeln sich stetig weiter. Wichtig ist allerdings, dass die Basis stimmt.

Müller: Strategien ausarbeiten bedeutet Weichen stellen: Wohin entwickelt sich das Unternehmen? Welche Kompetenzen sind gefordert? Wie sieht der Businessplan aus? Das sind Fragen, für die wir uns Zeit nehmen. Außerdem haben wir uns verstärkt mit unserer Kundenaufstellung beschäftigt und das anfänglich bestehende Netzwerk relativ schnell erweitert.

Albrings: Zusammengefasst kann man sagen, dass albrings + müller bisher zwei strategische Phasen durchlaufen hat: Während wir am Anfang hauptsächlich kurzlaufende Aufträge entgegengenommen haben, konzentrieren wir uns nun auch auf langlaufende Mandate. Das ist zudem mit Sicherheit verbunden.

Was motiviert Euch und Eure Mitarbeiter?

Müller: Wir geben jeden Tag unser Bestes, weil wir unternehmerisch etwas erreichen wollen. Wir wollen den Markt auch ein Stück weit mitprägen und mit spannenden Projekten die Themen in der Immobilienwelt inhaltlich weiterentwickeln. Ich glaube, wir alle bei albrings + müller haben einen gewissen pedantischen Qualitätsanspruch.

Albrings: Unsere Mitarbeiter motiviert es auch, dass sie in Unternehmensfragen gehört werden und auch mitsprechen dürfen. Wir legen großen Wert auf Weiterentwicklung – das betrifft das Unternehmen insgesamt, das betrifft aber auch jeden Einzelnen.

Was kann man in Zukunft denn noch von albrings + müller erwarten?

Albrings: Aktuell liegt unser Fokus auf Beratungsprojekten, bei denen wir als Dienstleister mit technischer und kaufmännischer Expertise agieren. Ein großes Thema für die Zukunft soll aber auch die eigene Projektentwicklung sein. Daran arbeiten wir momentan.

Müller: Genau, Beratung und Entwicklung: Mit diesen zwei Standpunkten sind wir immer präsent – in guten und in schlechten Marktphasen. Dies bedeutet zusätzliche Sicherheit, für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter. Und dies ist uns sehr wichtig, denn für beide fühlen wir uns bei albrings + müller verantwortlich.